Verteidigungsentscheidungen

BrigGen Max Mustermann: Entscheidungen für eine künftig kriegstüchtige Tech-Industrie in Deutschland

Januar 2026

Brigadegeneral Max Mustermann

Brigadegeneral Max Mustermann ist Kommandeur des Zentrums für Zukunft und Weiterentwicklung der Bundeswehr. In dieser Funktion befasst er sich mit langfristigen Fähigkeitsfragen, technologischer Entwicklung und der Übersetzung politischer Zielsetzungen in militärisch umsetzbare Strukturen. Zuvor diente er in verschiedenen Führungs- und Stabsverwendungen im In- und Ausland, unter anderem in multinationalen Planungsstäben. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle zwischen Militär, Industrie und staatlicher Steuerung unter Krisen- und Konfliktbedingungen.

Diese Entscheidungen umfassen die expliziten Festlegungen, die getroffen werden müssten, um Kriegstüchtigkeit in der Tech-Industrie real werden zu lassen.

  1. Einbindung der Tech-Industrie
    Wir entscheiden, dass zivile Tech-Unternehmen im Krisen- und Verteidigungsfall verbindlich in militärische Planungs- und Bereitstellungsprozesse eingebunden werden, weil dadurch Verfügbarkeit und Koordination im Ernstfall gesichert sind, statt ihre Beteiligung auf freiwillige Kooperationen zu stützen, und akzeptieren, dass der Staat zusätzliche Steuerungs-, Koordinations- und Haftungsverantwortung übernehmen muss.

  2. Vorgaben für Schlüsseltechnologien
    Wir entscheiden, dass der Staat für klar definierte militärisch relevante Schlüsseltechnologien verbindliche Vorgaben zur Verfügbarkeit, Priorisierung und Lieferfähigkeit im Krisenfall erlässt, weil dadurch die Einsatzfähigkeit planbar wird, statt diese Fragen implizit dem Markt zu überlassen, und akzeptieren, dass dies unternehmerische Freiheit einschränkt und Investitionsentscheidungen verzerrt.

  3. Verkürzte Entwicklungs- und Zertifizierungsprozesse
    Wir entscheiden, dass Entwicklungs- und Zertifizierungsprozesse für militärisch relevante Software und Hardware deutlich verkürzt werden, weil dadurch die Einführung einsatzrelevanter Fähigkeiten beschleunigt wird, statt zivile Industriestandards vollständig beizubehalten, und akzeptieren, dass die Fehlerwahrscheinlichkeit und der Nachbesserungsbedarf steigen.

  4. Langfristige Abnahmegarantien
    Wir entscheiden, dass der Staat langfristige Abnahme- und Finanzierungsgarantien für verteidigungsrelevante Tech-Produkte gewährt, weil dadurch industrielle Kapazitäten verlässlich aufgebaut werden können, statt Unternehmen projektweise und kurzfristig zu beauftragen, und akzeptieren, dass staatliche Mittel länger gebunden bleiben und Fehlinvestitionen wahrscheinlicher werden.

  5. Reduktion externer Abhängigkeiten
    Wir entscheiden, dass technische Abhängigkeiten von außereuropäischen Plattformen und Infrastrukturen bewusst reduziert werden, weil dadurch die Handlungsfähigkeit in Konfliktlagen erhalten bleibt, statt Effizienz- und Kostenvorteile höher zu gewichten, und akzeptieren, dass die Leistungsfähigkeit sinkt und die Kosten steigen.

  6. Pflicht zu realistischen Belastungstests
    Wir entscheiden, dass zivile Tech-Unternehmen verpflichtet werden, ihre Systeme und Abhängigkeiten regelmäßig unter realistischen Stör- und Ausfallszenarien zu testen, weil dadurch Schwachstellen vor dem Ernstfall sichtbar werden, statt Resilienz nur auf dem Papier oder unter Friedensannahmen zu bewerten, und akzeptieren, dass laufende Kosten entstehen und operative Abläufe gestört werden.

  7. Akzeptanz von Verlusten im Einsatz
    Wir entscheiden, dass Verlustrisiken und Ausfälle von Technologie im Einsatz akzeptiert werden, weil dadurch schnellere Nutzung und Anpassung möglich sind, statt Systeme primär auf maximale Sicherheit und Fehlervermeidung im Frieden auszulegen, und akzeptieren, dass Material und Daten im Einsatz verloren gehen können.